Kälber aus Embryotransfer

Was ist ET?

Der ET ist eine Biotechnik, bei der Embryonen am Tag 7 nach der Befruchtung aus der Gebärmutter einer züchterisch wertvollen Spenderkuh ausgespült und auf zyklussynchrone Empfängertiere übertragen werden.

Geschichte des ET:

Der erste Embryotransfer wurde 1974 in Deutschland beim BVN durchgeführt, seitdem sind wir in dieser Biotechnik führend.

Resultate:

Die verschiedenen, hochmotivierten und engagierten ET-Teams des BVN erzielen seit Jahren Spitzenresultate mit den höchsten Ausspülraten in ganz Europa.

Warum nützen Züchter diese Biotechnik?

Mit dem ET gelingt es, in einem bestimmten Zeitraum eine größere Anzahl Nachkommen von Spitzentieren zu erhalten. Der ET wird vorwiegend zur stärkeren Vermehrung hochwertiger weiblicher Tiere durchgeführt. Die Betriebe erhalten so mehr weibliche Nachkommen von ihren besten Kühen. Dadurch steigt der Zuchtfortschritt in den Betrieben an. Es besteht damit die Möglichkeit, durch weibliche Nachkommen der besten Kühe einer Herde das Herdenniveau in kürzerer Zeit deutlich anzuheben.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass Betrieben, die regelmäßig 1-2 Spülungen pro Jahr durchführten, in ihrer Herde ein höheres genetisches Potenzial haben.

Mit der genomischen Selektion können sogar zwischen den weiblichen Nachkommen aus einer Spülung die besseren von weniger guten getrennt werden.
Damit steht ein weiterer Mosaikstein für unsere erfolgreichen Betriebe zur Verfügung.

 

ET BVN Dottenheim

Ablauf eines Embryotransfers

Spender

  • Brunstzyklus beobachten
  • ET-Tierarzt sofort über Brunstdatum informieren
  • Beginn der Superovulation möglich vom 8. - 14. Zyklustag mit Folikel stimmulierenden Hormonen

 Spendertiere

Neben dem züchterischen Wert muss das Spendertier auch eine gute Fruchtbarkeit haben, um erfolgreich Embryonen produzieren zu können. Nach einer normalen komplikationslosen Abkalbung und Nachgeburtsphase sollte das Spendertier 2 - 3 deutliche Brunsten in regelmäßigem Zyklus aufweisen. Dies stellt die Voraussetzung für eine spätere erfolgreiche Superovulation dar.

Es können auch Jungrinder ab 11 Monaten vor der ersten Trächtigkeit gespült werden. Ein regelmäßger Zyklus ist die unabdingbare Voraussetzung, um Aussicht auf Erfolg zu haben. 

 

Vorprüfung

Vorbericht:

Eine gute Fruchtbarkeit in den voherigen Laktationsperioden (Besamungsindex, ZKZ, notwendige Sterilitäts-behandlungen) und die Abstammung aus einer fruchtbaren Linie verbessern die Prognose für eine erfolgreiche Embryonenausbeute.

Der Verlauf der letzten Abkalbung sowie der Nachgeburtsphase ist mitentscheidend für die Tauglichkeit als Spender.

Eine Kuh ist als Problemkuh einzustufen, wenn folgende Symptome und Störungen auftreten:

  1. Verfetteter Ernährungszustand zum Zeitpunkt des Abkalbens
  2. Schwergeburt
  3. Geburtsverletzung
  4. Gebärmuttervorfall
  5. Nachgeburtsverhalten
  6. Lochiometra (krankhafter Lochialfluss - wässrig, stinkend)
  7. Pyometra (Eileiteransammlung in der Gebärmutter)
  8. Endometritis (Gebärmutterschleimhautentzündung unterschiedl. Ausmaßes)
  9. Urovagina (Senkscheide)
10. Eierstockzysten
11. inaktive Eierstöcke
12. zu kleine Eierstöcke
13. Stoffwechselprobleme
      a) Festliegen, Milchfieber
      b) Acetonämie
      c) Acidose (Übersäuerung)
      d) Energiemangel
14. Klauen und Geleksprobleme
15. Euterentzündung
16. häufige erfolglose Besamungen

Voruntersuchung:

In der Zeit von 3 - 7 Wochen nach dem Abkalben sollte eine gynäkologische Voruntersuchung der Spenderkuh durchgeführt werden. Danach kann über die voraussichtliche Tauglichkeit als Spender entschieden werden.

Urteil nach der Vorprüfung:

1. Die Kuh ist als Spender tauglich
2. Die Kuh ist als Spender untauglich
3. Die Kuh ist als Spender unter Vorbehalt tauglich. Diese Tiere benötigen noch Zeit und unterstüztende Behandlungen.

Superevulation

Die Superovulation stelle eine follikelstimulierende Hormonbehandlung dar. Sie muss in der Zyklusmitte begonnen werden. (Tag 8 - 14). Deshalb ist ein stabiler Brunstzyklus des Spendertieres notwendig. Es muss ein funktionsfähiger Gelbkörper am Eierstock vorhanden sein. Die Superovulation kann frühestens nach der zweiten deutlich sichtbaren Brunst nach dem Abkalben eingeleitet werden, d.h. frühestens 8 Wochen nach dem Abkalben. Bei Tieren mit sehr hoher Leistung oder wenn andere Schwierigkeiten auftreten, muss oft noch wesentlich länger gewartet werden.

In Einzelfällen kann auch 7 Tage nach der Besamung in natürlicher Brunst ohne vorherige Superovulation ein Embryo gewonnen werden = Single Spülung.

Besamung

5 Tage nach Beginn der Superovulation tritt die Brunst ein. 2 - 4 Besamungen sind notwendig, um alle freigesetzten Eizellen zu befruchten. Normalerweise wird ein Bulle eingesetzt. Eine Mischbesamung mit maximal 2 Bullen ist auch möglich, jedoch nur, wenn diese nicht eng miteinander verwandt sind. Die Besamungen werden von dem, den Betrieb betreuendem Besamer durchgeführt. Für jede Besamung wird eine Erstbesamung verrechnet.

Embryonengewinnung (Spülung)

Eine Woche nach der Besamung werden die Embryonen aus der Gebärmutter des Spendertieres ausgespült.

Empfängertiere

Als Empfängertiere kommen besamungsfähige Jungrinder und Kühe, die länger als 6 Wochen abgekalbt haben, in Frage.

Da nicht alle Embryonen einfriertauglich sind, sollten immer ungefähr 4 - 10 Empfängertiere bereitgestellt werden. Man muss im Vorfeld schon einige Tiere für den geplanten ET aufheben. Betriebe, die schon länger ET durchführen lassen, haben fast immer tiefgefrorene Embryonen auf Lager, sodass die Empfängertiervorbereitung bei einer Nullrunde trotzdem nicht umsonst war.

Empfängertiere können nach Transfer nur trächtig werden, wenn sie 6 - 8 Tage vor dem Transfertermin brünstig waren und zum Transfertermin einen Gelbkörper entwickel haben.

Synchronisation der Empfängertiere

Es gibt folgende Synchronisationsmethoden:

1. Eine Prostaglandininjektion 9,5 Tage vor dem geplanten Transfertermin
2. Zwei Prostaglandininjektion 22 und 9,5 Tage vor dem Transfertermin
3. Scheidenspirale für 7 - 10 Tage sowie Herausnahme 9 Tage vor dem Transfertermin und PG-Gabe 24 Stunden vorher
4. Sogenannte Ov-synch-Programme
    Es erfolgt unabhängig vom Zyklusstand eine Kombinationsbehandlung mit GnRH und PG
    z. B.  Tag 0            GnRH
             Tag 7            PG
             Tag 9 - 10     Brunst + GnRH
             Tag 16 - 17   ET

kompaktierte Morula

fruehe Blastozyste

expandierte Blastozyste


Gebühren

• Superovulation und Spülung: 150,00 €

• Material: 120,00 €

• Gebühren pro transfertaugl. Embryo: 20,00 €

• Gebühr pro Transfer: 20,00 €

• Tiefgefrieren (bis 20 Embryonen): 80,00 €

 Bei Übertragung von tiefgefrorenen Embryonen wird eine Gebühr von 20,00 € berechnet, zuzüglich einer entfernungsabhängigen Reisekostenpauschale bis maximal 75,00 €.