Linie Polzer

Polzer

Quelle Abb: Armin Krämer

Der Bulle Polzer gilt als „der“ österreichische Fleckviehstier schlechthin, obwohl er eigentlich ein Württemberger ist, jedoch nach Ried an die Besamungsstation verkauft wurde. Polzer setzte zur damaligen Zeit neue Maßstäbe in der Fleckviehzucht, was Exterieur und Milchleistung betrifft. Er war einer der meisteingesetzten Stiere zu seiner Zeit bis man entdeckte, dass er Anlageträger für Zwergwuchs sein könnte, was sich dann auch bestätigte und dazu führte, dass man eine Anpaarung mit Polzer ablehnte.
Verbreitung fand die Linie vor allem durch die Nachkommen des Stieres Posco und dessen Söhne Propeller und Postillion, deren Töchter sich durch ihre Kapazität und hohe Milchleistung auszeichneten. Leider zeigten sich Schwächen beim Euter, vor allem Zusatz-Striche traten häufiger auf.
Letztendlich konnte sich nur der Postillion-Ast durchsetzen über Postner und dessen stark eingesetzten Sohn Poldi, der mit enorm rahmigen und leistungsstarken, aber manchmal schwerkälbrigen Töchtern überzeugt. Von den vier bekannten Poldi-Söhnen Polari, Pomat, Polsee und Pepsi scheint es so, dass vor allem die Söhne von Polari die Fortführung der Linie sichern können.
Einer davon ist Polarbär, der mit sehr positiven Zuchtwerten aufwarten kann. Polarstern, Polarfuchs und Polaroid sind sehr gut typisierte genomische Jungstiere von Polarbär, die zur Erhaltung seiner Gene beitragen, obwohl er seine Nachkommenprüfung nicht so gut wie erwünscht abschließen konnte.
Ein weiterer Polari-Sohn ist der bereits nachkommengeprüfte GS Pandora, der in der gezielten Paarung eingesetzt wurde und von dem bereits erste Söhne und Enkel wie der hornlose GS Polled Pp und wiederum seine Söhne Pontius Pp und Pompei PP breit eingesetzt werden können. Es ist aber mit weiteren guten Pandora-Söhnen zu rechnen.

Mit Polemik ist noch ein weiterer sehr interessanter Polari-Sohn im Besamungseinsatz, dem mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.
Von Pepsi stehen zwar auch noch Söhne im Besamungseinsatz, diese müssen aber erst noch zeigen, was sie können, da ihre genomischen Zuchtwerte nicht so hoch sind.
Auf der Mutterseite ist eine Verbreitung der Linie durch den gezielten Paarungsstier Raldi (MV.: Poldi) gegeben. Polari ist als Muttersvater z.B. bei Willadonna und Serafino im Pedigree.
Für die Zukunft dürfte vor allem durch die Polari-Nachkommen der Fortbestand der Polzer-Linie gesichert werden.