Vielfältigkeit, Überlegenheit und absolute Präsenz!

Die Rasse Fleckvieh verdankt ihrem stetigem Erfolg und ihre weltweit zunehmende Popularität in erster Line den zahlreichen Nachkommen der Redad-Linie, die als Top-Eutervererber durch ihre sehr hohen Milchleistungen und überdurchschnittlichen Fleischleistungen mit einem Doppelnutzungscharakter in Perfektion begeistern. Mit dem Narr-Sohn Neuner ist es uns gelungen, den wohl unbekanntesten Ast der Redad-Linie Rex nicht gänzlich in Vergessenheit geraten zu lassen. Dagegen sind zahlreiche topaktuelle Bullenväter über den Bullen Ralbo auf den weit verbreiteten und stark genutzten Radi-Ast zurückzuführen. Mit dem Rinser-Sohn Ringwandl ist man bestrebt, diesen Ast über den Bullen Ralbit aufrechtzuerhalten und mit Roubion wird nur einer von vielen Raubling-Enkeln genannt. Eiweiß, Rahmen, Bemuskelung und ein ruhiger Charakter sind die Stärken der Nachkommen (Vulcano, Vulkan, Vlax, Vorsprung) des besten Ralbo-Sohnes Rumba. Der am meisten eingesetzte Ralbo-Sohn Randy hat vorrangig mit seinem Nachkommen Vanstein, einer der besten Muttersväter, die Fleckviehzucht revolutioniert. Die auffallend weiß gefärbten Töchter überzeugen mit einer sehr hohen Leistungsbereitschaft bei sehr guter Persistenz und Top-Eutern, lediglich im Fundament zeigt er kleine Schwächen. Als dirtte Unterlinie der Redad-Blutlinie ist Renner zu nennen, der die höchste Milchleistung und die stabilsten Fundamente sowie lange Euter mit einem stark ausgeprägten Zentralband vererbt hat. Seine Schwächen in der Fitness und in der Persistenz sind bei einem seiner Nachkommen wie dem wohl bekanntesten und für die Hornloszucht bedeutendsten Rambo-Enkel Ralmesbach PS und dessen Söhne (Resenfeld PS, Reiselberg PS) und Enkel (Ralmanita PS) nur noch geringfügig zu finden. Der Resolut-Sohn wie etwa Iserschee sowie der Remus-Sohn Remitent lassen sich auf Report, einem wesentlichen Vertreter der Renner-Linie zurückführen. Als weiterer überragender Renner-Sohn ist Renger maßgeblich am Erfolg in der Fleckviehzucht beteiligt. Hier ist vor allem der Bulle Regio mit Imposium, einem sehr stark eingesetzten Muttersvater und dessen Söhne (Ivan, Im Wald, Immaculata, Impression) von Bedeutung. Für die Hornloszucht spielen die Irola PS-Nachkommen Incredible PP und Iroma PS, die mit Ress einen weiteren dominanten Renger-Nachkommen im Stammbaum vorweisen können.


Linie Redad - Radi

Redad - Radi

Linie Redad - Rumba

Redad - Rumba I

Linie Redad - Rumba - Rau

Redad - Rumba - Rau

Aus der Redad-Unterlinie Radi entstammen trotz des sehr geringen Einsatzes von Ralbo einige sehr bedeutende Söhne, die mit ihren Nachkommen großen Einfluss auf die heutige Fleckviehpopulation nehmen.

Einer der bekanntesten Ralbo-Söhne ist Rumba, der in Bayern und Österreich sehr stark vertreten war. Aus den 80 geprüften Söhnen konnten sich einige sehr positiv entwickeln.

Der wohl bekannteste Rumba-Sohn dürfte wohl Rau sein, der in Sachen Euterqualität in ganz neue Dimensionen vorgedrungen ist und dessen Töchter den Tierschauen der letzten Jahre deutlich ihren Stempel aufdrücken konnten. Leider hat Rau über den Muttersvater Malf die Veranlagung für den FH5-Erbfehler erhalten, sodass zu hoffen bleibt, dass seine Nachkommen weitestgehend frei davon bleiben. Söhne von Rau an den Stationen sind u.a. Raffzahn, Raldi, Raul, Rasino, Rumbo und Rave, von denen bereits wieder erste Söhne eingestellt wurden.

Ähnlich bekannt wie Rau zeigt sich der vom Zuchtwert her stärkste Rumba-Sohn Rumgo, der vor allem durch seine Fitness, seinen günstigen Kalbeverlauf und die Milchleistungsvererbung glänzen kann. Mit seinen Söhnen Vlax, Vogt, Vorsprung, Vorwerk, Vulkan und Veto wurde stark in der gezielten Paarung gearbeitet, sodass derzeit deren Nachkommen angekauft werden und in Prüfung gehen.

Rureif als leistungsstärkster Rumba-Sohn erfährt durch seinen Sohn Vulcano einen breiten Einsatz und damit kann dieser Seitenast wieder größere Bedeutung erfahren.

Auch im Hornlosbereich ist diese Unterlinie über Rumba àRusticoà Ruhmreich PS und derzeit Votary PS vertreten.

Um diesen Seitenast der Radi-Untelinie braucht man sich in Zukunft keine Sorgen zu machen, da hier genügend Potenzial vorhanden ist.

 


Linie Redad - Rexon

Redad I

Die kleinste Unterlinie der Redad-Linie geht über Rex, von dem man mit Rexon nur einen einzigen Sohn getestet hat, der aber mit seinen Stärken im Fundament, Euter und bei der Leichtkalbigkeit punkten konnte und dadurch zu einem breiten Einsatz kam. Problem war die auffallende Nervosität seiner Töchter. Bekanntester Sohn ist Naab, der wie sein Vater auch Anlageträger für Spinnengliedrigkeit war. Bester Naab-Sohn ist Narr, der sich durch gutes Exterieur und sichere Inhaltsstoffe auszeichnen kann und von dem 19 Söhne eingestellt wurden, von denen aktuell Neuner der Beste ist und hoffentlich für den Weiterbestand der Unterlinie Rex in der Fleckviehzucht sorgt.


Linie Redad - Randy

Redad - Ralbo II

Der zweite Vertreter des Ralbo-Astes, der stark zur Verbreitung dieser Genetik beigeträgt ist der Leistungsvererber Randy, von dem 156 Söhne angekauft wurden. Davon ragt Vanstein mit großem Abstand heraus und entpuppte sich als einer der überrragenden Fleckviehvererber der letzten Jahre. Vanstein, dessen Töchter sich meist durch ihre auffallend weiße Färbung von der Herde abheben und sich auch auf Tierschauen sehr erfolgreich präsentieren konnten, zeichnete sich durch sehr gute Euter, sehr gute Persistenz und eine deutlich verbesserte Fitness bei kleineren Schwächen im Fundament aus.

Vor allem als Muttersvater prägt er derzeit die aktuelle Fleckviehzucht, aber auch mit seinen Söhnen und Enkeln, wie Valero PS, Vallera Pp, Von Welt Pp, Vanadin, Vanel und Vinzenz.

Weniger bekannt dagegen ist Vodach 184 und dessen aktueller Sohn Vorum, die auch zum Fortbestand dieses Astes beitragen.


Linie Redad - Ralbo I

Redad - Ralbo I

Linie Redad - Ralbo II

Redad - Ralbo II

Hohe Erwartungen hatte man in Ralbit gesteckt, jedoch konnten seine Söhne kaum überzeugen und Ralbit hat zudem über die Mutterlinie (Strass x Half) das FH5-Gen vererbt bekommen. Die bekanntesten sind Ratgeber, Rifurt, Roibos und Rinser, die allesamt an ihrer schlechten Melkbarkeit scheiterten. Einzig der Rinser-Sohn Ringwandl konnte positiv überraschen, sodass die Hoffnung auf Fortbestand dieses Astes auf seinen Nachkommen liegt.

Weiterer Ralbo-Sohn war der sehr begrenzt eingesetzte Raubling, der jedoch mit seinen Söhnen Raufbold und Round Up und seinen Enkeln wie Reumut, Voltaire, Raichle, Rhesus, Rotglut, Rotberg und Roubion viele positive Nachkommen hervorgebracht hat. Leider ist auch hier bei Raufbold über die Mutterlinie über Half das FH5-Gen weitergegeben worden und Raufbold wiederum gab es an Raumut weiter, sodass nun versucht wird, die weiteren Söhne frei davon zu halten.

Damit kann dieser Ast der Redad-Linie als sicher eingestuft werden.


Linie Redad - Renner I

Redad - Renner I

Linie Redad - Renner II

Redad - Renner II

Linie Redad - Renner III

Redad - Renger

Ein überragender Renner-Sohn war Renger, der mit über 70 Stieren für den Besamungseinsatz sehr stark vertreten war.

Von den eingestellten Söhnen stach Regio besonders hervor und war derjenige aus der Redad-Linie, der zusammen mit Rumba und Randy die Fleckviehzucht am stärksten beeinflusste. Stärken der Regio-Söhne lagen im Zuchtwert, Exterieur und Fitness. Schwächen dagegen beim maternalen Kalbeverhalten und in der Fruchtbarkeit. Bekannte Regio-Söhne sind Imposium, Ilion, Inder, Inhof und Idiom. Zu deren Söhnen zählen wiederum Indossar, Im Wald, Immaculata, Imara, Impression, Ivan und Idako, von denen auch einige in der gezielten Paarung genutzt wurden.

Auf der mütterlichen Seite sind die Regio-Söhne bei hervorragenden genomischen Jungstieren ebenfalls vertreten, so z.B. ist die Symposium-Mutter eine exterieurstarke Imposium-Tochter und der exterieurstarke Williams hat Inder als Muttersvater.

Etwas im Schatten von Regio stand immer der zweite markante Renger-Sohn Ress, der exterieurstarke Töchter im Doppelnutzungstyp hinterließ. Leider wurden von Ress weit weniger Söhne geprüft als von Regio, daher sind seine positiven Nachkommen relativ überschaubar, jedoch konnten Reflex und Rotax im Exterieur und in der Fitness bei etwas knapperen Milchwerten brillieren. Die Hoffnungsträger für die Weiterführung der Gene von Ress sind daher der Reflex-Sohn Relax und der mischerbig hornlose Rotax-Sohn Irola PS und dessen homozygot hornloser Sohn Incredible PP, der als teuerster Fleckviehstier aller Zeiten gilt. 

 

 

 


Linie Redad - Renner- Report

Redad - Report I

Linie Redad - Renner - Resolut

Redad - Report II - Resolut

Eine andere große Unterlinie der Redad-Linie geht über Renner, der die höchste Milchleistung der Redad-Söhne brachte und dessen Töchter im Exterieur sogar in der aktuellen Fleckviehzucht noch konkurrenzfähig werden. Schwächen zeigte er dagegen bei den Inhaltsstoffen und in der Fitness v.a.bei Persistenz und Zellzahl.

Einer der besten Renner-Söhne war Report, der durch das Leistungsniveau und die Euterqualität seiner Töchter für Furore sorgte, jedoch bei der Fitness enttäuschte. Dies war auch meist der Grund, dass seine Söhne aussortiert wurden.

Positive Ausnahmen waren Repteit, Rehard und Remus, deren Söhne leider nicht überzeugen konnten außer der Remus-Sohn Remitent, der aktuell ein sehr beliebter Vererber ist.

Weitere Ausnahme ist der Remont-Sohn Resolut, der sich von seinen Verwandten abheben konnte und mit einer Fülle an Söhnen für die Weiterführung dieser Linie verantwortlich ist. Zu seinen Söhnen zählen Iserschee, Iserda, Iserlenz, Iwinn und Iserdabest, von dene auch einige in gezielter Paarung verwendet wurden, sodass hier eine solide Basis für die Zukunft geschaffen ist.


Linie Redad - Renner (Rest)

Redad - Renner I

Redad - Renner II

Neben den beiden bekannten Renner-Söhnen Report und Renger gibt es noch ein paar weitere Söhne, die immer wieder mit einzelnen Nachkommen auf sich aufmerksam machen konnten.

Zum einen ist hier der Radau-Sohn Rainer zu nennen, der zu seiner Zeit einer der milchleistungsstärksten Stiere war, jedoch deutliche Schwächen bei Fitness und Exterieur zeigte.

Zum anderen gelangt man über Renold à Rentar zu Retrakt und Renwart, bei denen noch kaum Söhne eingestellt wurden und daher der Fortbestand der Linie eher ungewiss ist.

Über Rambo und Ramhorn PS gelangt man zu Ralmesbach PS, der wohl für den größten Fortschritt in der Hornloszucht sorgte, da er mit seiner Milchleistungsvererbung das Niveau bei den Hornlosen deutlich steigerte und damit die Hornloszucht revolutionierte. Seine Nachkommen auf der männlichen Seite mit Resenfeld PS, Rosskur PS, Ralmes Pp, Reiselberg Ps und Ralmanita PS sorgen in den Ställen für einige Kälber „oben ohne“. Aber auch als Muttersvater ist Ralmesbach PS bei vielen Hornlosvererbern im Pedigree vertreten, darunter Incredible PP, Zwiefach PP, Davidoff PS und Vicente PP.


Quelle Abb: Armin Krämer